Ganganzeige V1

Genug Theorie, los gehts

Ich bin mit Produkten anderer Motorradbegeisterter und auch Hersteller von Zubehörprodukten nicht recht zufrieden gewesen. Sei es die Umsetzung an sich, die meinen Ansprüchen nicht genügte, oder sei es die mangelnde Funktionalität. Es war kein Produkt dabei, was Plug&Play war und alle Funktionen mitbrachte. Die Ganganzeige von Matthias Ismar (Mastbrucher) hatte bis auf die Helligkeitssteuerung alle Funktionalitäten, sodass ich zunächst über eine Erweiterung der bestehenden Platine nachgedacht habe. Ich habe dieses Projekt dann bis zur Fertigungsreife entwickelt. Dann stellte sich jedoch heraus, dass die Herstellungskosten für eine einzelne Platine weit über das geplante Ziel hinausgehen. Davon abgesehen würde nur eine kleine Serie rechnerisch günstig sein. Ich habe Matthias Ismar diese Erweiterung angeboten, jedoch bestand kein Interesse an dieser wichtigen zusätzlichen Funktion. Der Schwierigkeitsgrad dieser Platine hätte über dem technisch Machbaren im Heimbereich gelegen, sodass eine professionelle Fertigung sowieso erforderlich gewesen wäre.

Also entstand eine Neuentwicklung. Grundlegenden Anstoß dazu gab die Realisierung einer Ganganzeige mit einem open micro Prozessor auf der Basis der Ganganzeige von Ingo Knigge (Kningo), dem ich hiermit nochmals Dank sage für seine anfängliche impulsgebende Unterstützung (seine Ganganzeige ist hier unter "Projekte" zu finden). Allerdings weicht meine Ganganzeige von seinem Projekt doch in einigen Punkten ab, sodass ich sein Projekt eben auch nicht einfach übernehmen konnte. Seine Ganganzeige war zudem auch für die 650er SV programmiert, die andere Gangsensorwerte hat als die 1000er SV.

Das Hauptproblem ist ja meist die Unterbringung von zusätzlichen Kästchen. An einem Motorrad mit einer Verkleidung ist das sicher ein kleineres Problem. Bei Naked Bikes ist es jedoch schon etwas schwieriger. Es sollte also eine vollständige Integration der Ganganzeige in den Tacho werden. Damit wäre sowohl den SV-N- als auch der SV-S-Fahrern (ab Baujahr 2003) gedient. Das Tachogehäuse lässt im Innenraum den Einbau einer kleinen Platine zu. Diese muss allerdings topographisch an die darüber liegende Hauptplatine angepasst werden um nicht mit den hochempfindlichen Kontakten der LCD-Anzeige zusammenzustoßen.

Entwurf Platine Ganganzeige Version 1

Dieses Herausfinden der besten Position hat wohl am meisten Zeit gekostet. Daraus ergab sich eine "Teilung" auf der Platine. Die Programmierung des Microprozessors war dann schnell gemacht und das Testobjekt auf Funktionsfähigkeit überprüft.

Da die verwendeten Bauteile aus meiner etwas größeren Bastlerkiste aus DDR-Zeiten stammen und die Decoder im Jahre 2009 im Handel nicht mehr verfügbar sind, müßte für eine Umsetzung zu heutiger Zeit die Helligkeitssteuerung noch etwas anders realisiert werden. Diesen Weg hat M. Ismar ja auch beschritten, indem er einen Decoder nachempfunden hat. Allerdings eben ohne Helligkeitssteuerung.

Wie ich das nachfolgend realisiert habe, siehe hierzu Ganganzeige V2.

Es ging bei dem ersten Projekt Ganganzeige in erster Linie um die Machbarkeit an sich. Die Realisierung zeigte, dass im konkreten Fall noch weiterer Platz im Tachogehäuse ist. Man könnte hier noch mindestens ein weiteres kleines Objekt unterbringen. Vorteil der Lösung im Tacho ist, dass nur eine einzige Leitung neu gezogen werden muss und die gesamte Elektronik sicher geschützt ist.
Die Stromversorgung für die Ganganzeige wird direkt aus dem Tacho "entliehen".